Hoch über der Stadt mit weitem Blick über das Harzvorland thront das barocke Große Schloss. Von diesem markanten Ort aus wurden über fast 800 Jahre hinweg die Geschicke der Region gelenkt.

Zu Beginn des 12. Jahrhunderts war es eine Residenz des Sachsenherzogs Lothar von Supplingenburg, späterer Kaiser des deutsch-römischen Reiches. Im Anschluss bis 1599 hatten hier die Blankenburger und die Regensteiner Grafen ihren Sitz, ehe es an das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg zurückging.

Das Schloss, einst als wehrhafte Burg konzipiert, erfuhr über die Jahrhunderte hinweg viele bauliche Veränderungen. Heute zeigt sich das imposante Gebäude in schlichter barocker Eleganz.

Nach dem zweiten Weltkrieg und der Umsiedelung der Herzogsfamilie 1945 auf die Marienburg bei Hildesheim wurde das Schloss bis 1992 als Genesungsheim bzw. als Fachschule für Binnenhandel genutzt. Ein dann folgender Leerstand über 12 Jahre hinweg hat die Substanz des Gebäudes nahezu zerstört. Was von weitem imposant und eindrucksvoll wirkt, ist bei näherem Betrachten an vielen Stellen dem Verfall preisgegeben.

Doch viele Blankenburger und Freunde des Schlosses haben sich in 2005 zu einem Verein zusammen getan, um das Große Schloss zu erhalten. In liebevoller Kleinarbeit und mit der Unterstützung vieler Partner und Sponsoren sowie diverser Fördergelder ist es gelungen, die wichtigsten Sicherungsmaßnahmen für den Erhalt des Gebäudes abzuschließen und sogar erste Teile wieder zugänglich zu machen.

Bei den regelmäßigen öffentlichen Schlossführungen sind die repräsentativsten Räume des Komplexes zu besichtigen. Der Graue Saal, das Theater, die Schlosskapelle, der Kaisersaal sowie der Rittersaal wurden wieder hergerichtet und stehen nun für Führungen und Veranstaltungen zur Verfügung. Auch romantische Hochzeiten werden im Großen Schloss wieder durchgeführt.