Die Schlossgärten Blankenburgs gehören zu den „Gartenträumen – Historische Gärten und Parks in Sachsen-Anhalt“. Mit über 100 Hektar ist das Gartenensemble zwischen Großem und Kleinem Schloss eins der größten und ältesten seiner Art in Sachsen-Anhalt.

Eindrucksvoll ist der Terrassengarten oder auch barocke Garten, der 1718 angelegt wurde. Zu dieser Zeit wurde die Grafschaft Blankenburg zum Reichsfürstentum ausgebaut. Als Ausdruck höfischer Repräsentanz entstand die kleine Lustgartenanlage mit dem heutigen Kleinen Schloss. Brunnen, Sandsteinfiguren, Vasen, farbenfrohe Blumenrabatten und präzise angelegte Hecken spiegeln bis heute die barocke Grundform wider.

Besondere Anerkennung erhielten die Blankenburger Schlossgärten 2016 mit der Verleihung des „Green Flag Award“, eine Auszeichnung für Gartenanlagen in einem besonders guten Pflegezustand und mit einem ansprechenden Besuchererlebnis.

Oberhalb des Terrassengartens, nur durch die Stadtmauer getrennt, befindet sich der Berggarten mit Teehaus und Prinzessinnenturm. Im Bereich der großen Terrasse am Teehaus wurde bereits Mitte des 17. Jahrhunderts ein Küstergarten belegt. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden eine 35 Meter lange Freitreppe und zwei Brunnen angelegt. Bis zum heutigen Erscheinungsbild gab es noch weitere Veränderungen und Erweiterungen. Bei einem Spaziergang hinauf zum Teehaus genießen Besucher immer wieder einen schönen Blick auf die Stadt Blankenburg (Harz) und das Harzvorland.

Der Orangerieplatz unterhalb des Terrassengartens war einst ein besonderer Teil der Gartenanlage. Die große Fläche, die im 18. Jahrhundert durch einen reichhaltigen Bestand an Kübelpflanzen, einen ovalen Brunnen, Statuen und Orangenbäumen sehr einprägsam war, wurde für Aufführungen eines Gartentheaters genutzt.

Zwischen Kleinem Schloss und Schlosshotel etwas oberhalb angelegt befindet sich der Fasanengarten. Dieser wurde bereits um 1700 angelegt und über die Jahrhunderte mehrfach umgestaltet, bis er nach 1945 als Kleingartenanlage genutzt wurde. Seit 2003 ist der Fasanengarten wieder als solcher gestaltet. Im Rahmen eines Projektes wurden die historischen Strukturen wieder sichtbar gemacht und die mythologische Bedeutung der Fasane künstlerisch in Szene gesetzt.

Mit einer rund 200 Jahre alten Allee von Esskastanien kann der große Schlosspark aufwarten. Noch heute existieren hier die Wegeverbindungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Der romantische Schlossteich gehörte zum Wasserversorgungssystem der innerstädtischen Mühlen und der Springbrunnen im Fasanen- und Terrassengarten.

Der älteste Teil der Schlossgärten ist der bereits 1668 eingefriedete Tiergarten. Hier gingen einst die Grafen und Herzöge zur Jagd. Bis heute hat sich der Charakter des Jagdparks kaum verändert. Auf dem höchsten Punkt, dem Calvinusberg, sind die Fundamente des einstigen Aussichtsschlösschens Luisenburg noch sichtbar.

Die Schlossgärten sind ein hervorragender Platz zum Verweilen, Innehalten und Genießen.